Filmplakat Tun und Lassen

Film

Tun und Lassen

102 Min. FSK 12

Zum Film

Handlung

Regisseur Friedrich Rackwitz begleitet mit seiner Kamera den Alltag in der Fachklinik F42 in Berlin-Neukölln, einer Einrichtung, die seit ihrer Gründung 1993 einen Weg in der Suchttherapie verfolgt, der sich deutlich von dem klassischer Kliniken unterscheidet. Während in vielen Institutionen strenge Regeln und Sanktionen den Umgang mit Patientinnen und Patienten prägen, setzt man in der F42 auf ein anderes Prinzip: Im Zentrum steht die tragfähige Beziehung zwischen Behandelnden und Behandelten. Eigenverantwortung wird nicht eingefordert, sondern gemeinsam erarbeitet, Empathie ersetzt Kontrolle, und Vertrauen wird als Grundlage jeder Veränderung verstanden. Der Film zeigt, wie Therapeutinnen, Pfleger und Patienten im täglichen Miteinander diesen Ansatz mit Leben füllen, welche Gespräche geführt werden, welche Konflikte entstehen und wie mit Rückschlägen umgegangen wird. Besonders deutlich wird die Haltung der Klinik im Umgang mit Rückfällen: Statt Ausschluss oder Bestrafung stehen offene Auseinandersetzung und ehrliches Eingeständnis im Vordergrund, um Betroffenen die Möglichkeit zu geben, ohne Scham weiterzumachen. Rackwitz nähert sich seinen Protagonisten dabei behutsam und unaufgeregt, lässt Raum für Stille, Zweifel und kleine Erfolge und verzichtet auf reißerische Dramatisierung. So entsteht ein einfühlsames Porträt eines Ortes, an dem Sucht nicht als moralisches Versagen, sondern als Krankheit verstanden wird, die Geduld, Zuwendung und einen langen Atem erfordert.

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